16. 05. 24

Klimaadaption und Biodiversität in der Nutzungsplanung verankert: Teilrevision der Ortsplanung Muri b. Bern in der öffentlichen Mitwirkung

 

Klimaschutz und Klimaadaption werden vor dem Hintergrund des Klimawandels auch in der Raumplanung immer wichtiger. Zudem nimmt in unserer Arbeit der Umgang mit der schwindenden Biodiversität immer mehr Raum ein. Es gilt, die damit einhergehenden Herausforderungen in Einklang mit städtebaulichen, gesellschaftlichen, architektonischen, verkehrstechnischen und wirtschaftlichen Aspekten und Bedürfnisse zu bringen.

 

Dieser Aufgabe hat sich auch die Gemeinde Muri bei Bern angenommen, die das plan:team seit längerer Zeit bei der Revision der Ortsplanung begleitet. Die Revision erfolgt in mehreren Schritten, mit dem Massnahmenpaket 5 wurden nun die Bereiche Klimaadaption, Klimaschutz und Biodiversität grundeigentümerverbindlich umgesetzt. Das überarbeitete Baureglement sowie der Teilzonenplan befinden sich derzeit in der öffentlichen Mitwirkung.

Den klimatischen und ökologischen Herausforderungen begegnet die Gemeinde in der Nutzungsplanung wie folgt:

 

  • Klimaanpassung: Bei Bauvorhaben sind angemessene Vorkehrungen zu treffen, um eine Überhitzung der Gebäude und der Umgebung zu verhindern.
  • Biodiversität: Die Umgebung von Bauten und Anlagen ist so zu gestalten, dass sie einen positiven Beitrag zur Biodiversität und für das lokale Klima leistet und sich gut ins Landschaftsbild einordnet. Dafür sind neben Pflanzungen auch entsprechend durchlässige Mauern, Terrainsprünge etc. vorzusehen.
  • Versickerung und Kühlung: Mit den neuen Bestimmungen wird sichergestellt, dass neben den übergeordneten Vorgaben bei Neu- und Umbauten das Wasser auch als gestalterisches Element genutzt werden soll.   Folglich sind versiegelte Flächen auf ein Minimum zu beschränken und Parkplätze, Wege und weitere Flächen wasserdurchlässig zu gestalten. Dies schafft die Voraussetzung für spontane Begrünungen durch Pionierpflanzen und kühlt gleichzeitig die Umgebung.
  • Vernetzungsfunktionen stärken: Auf übermässige Niveausprünge durch Aufschüttungen oder Abgrabungen zu verzichten, damit der Übergang vom Siedlungsgebiet in die Landschaft für Kleintiere durchlässig bleibt. Zudem sollen vermehrt Stützmauern in Form von beispielsweise Trockenstein- oder Böschungsmauern oder andern biodiversitätsfördernden Techniken realisiert werden.
  • Energiegewinnung und begrünte Dächer: Bei Neu- und Umbauten ist zu prüfen, ob die Fassade für die Energiegewinnung genutzt werden kann oder zur Regulierung des Mikroklimas begrünt werden sollen. Flachdächer sind wegen der Biodiversität und der Regenwasserretention zu begrünen. Bei der Planung von Bauvorhaben soll von Beginn weg beachtet werden, wie sich der Energieverbrauch und die CO2-Emissionen reduzieren lassen.

Für die Überarbeitung des Baureglements Muri bei Bern konnten wir auf unser interdisziplinäres Planungswissen zurückgreifen. Wir sind überzeugt, dank der Unterstützung des Projektteams durch unsere Expert:innen, v.a. unserer Fachleiterin Freiraum Kristina Noger, für die Gemeinde zukunftsträchtige und nachhaltige planerische Lösungen für eine klimaangepasste Stadt- und Freiraumentwicklung gefunden zu haben.

 

 

Autor: Planteam
Beitrag teilen: Mail, Facebook, Twitter, LinkedIn
Nach oben
«Ich bin beim plan:team, weil ich hier die Weichen für eine nachhaltige Entwicklung stellen kann.»

Kristina Noger, Fachleiterin Freiraum